Kino im Kiez

Die Wanderkinoinitiative “Kino für Moabit” setzt sich für eine Erneuerung der Filmkultur im Stadtteil ein. Mit Filmvorführungen in Lokalen, Läden und kulturellen Einrichtungen erinnert sie an die Moabiter Kinotradition und an die Anfänge der Filmkunst, als Kinos als Wander-Unternehmungen auftraten oder sich in Wirtshäusern, ehemaligen Theatern und anderen Vergnügungsstätten einrichteten.
Nach dem fulminanten Auftakt mit  „Männer auf Rädern“ Anfang 2019 gibt es jetzt zwei weitere Kinovorführungen in Zusammenarbeit mit dem Verein Moabiter Filmkultur bei uns im Laden.

Freitag 10. Januar:  Tour du Faso

Seit 1987 hat die Tour de France ein afrikanisches Äquivalent: die Tour du Faso. Auf zehn Etappen kämpfen sich afrikanische und europäische Radsportler quer durch Burkina Faso.
2011 ist ein deutsches Team mit dabei und muss sich den speziellen Herausforderungen des größten Radrennens auf dem andern Kontinent stellen. Der Dokumentarfilm von Wilm Huygen fängt sowohl den spannenden sportlichen Verlauf dieser Tour als auch die kulturellen Unterschiede zwischen Afrika und Europa ein. Interviews und Gespräche mit Organisatoren, örtlichen Funktionären oder Journalisten, sowie viele Beobachtungen am Rande lassen ein mitreißendes Porträt des Landes entstehen, verdeutlichen die verschiedenen Lebensbedingungen und zeigen auch die gegenseitigen Vorurteile.

von Wilm Huygen

Deutschland/Frankreich 2014, 92 min

Als Gast haben wir den Ethnologen Malte Wulfinghoff von der Universität Münster eingeladen. Seine Doktorarbeit untersucht, wie das Radsportereignis zur nationalen Identität von Burkina Faso beiträgt. Er hat 2011 die Filmproduktion fachlich begleitet und ist seither Teamchef der deutschen Mannschaft, die jedes Jahr an der Tour du Faso teilnimmt. Er wird eine kurze Einführung halten und wir freuen uns auf das anschließende Filmgespräch mit ihm.

Beginn 20:00 Uhr,  Eintritt 5,00€

 

Freitag 6. März: Kurzfilmabend zum Thema „Welt der Arbeit“

Diese Filme werden wir voraussichtlich zeigen:

HEIMSPIEL
von Martin Lund, Norwegen 2004, 10 min / shortfilm.com
Ein Film über unseren härtesten und zugleich alltäglichsten Kampf. Jeden Morgen das gleiche Spiel – Stian muss um 8:00 Uhr bei der Arbeit sein. Wird er es heute schaffen? Über die ersten drei Tage der Woche gibt es nichts Gutes zu berichten. Wir sind gespannt auf den heutigen Donnerstag. Die Sportreporter an den Mikrofonen kommentieren das weitere Geschehen.

AMAR (ALL GREAT ACHIEVEMENTS REQUIRE TIME)
Dokumentarfilm von Andrew Hinton, GB 2011, 10 min, ohne Sprache
Alltag eines Jugendlichen in Indien: der 14jährige Amar ist Hauptverdiener seiner Familie. Er steht frühmorgens auf, bewältigt zwei Jobs, zwischendrin die Schule. Der Film beschränkt sich ganz darauf, den Tagesablauf aufzuzeichnen und verleiht so diesem jungen Menschen große Würde.

SUPERVISION
von Andreas Geiger, D 2000, 8 min
Arbeit, Autorität, Autonomie – Supervision ist das Modell einer Aushandlung von Kompromissen.

SCHÖNE ALTE WELT
von Dagmar Kamlah, D 2000, 18 min
EDV im Betrieb anno 1970: Univac 9300-Ungetüme sortieren Berge von Lochkarten und definieren die Programmabläufe zwischen Weiß-, Grau- und Blaukitteln. Der Begriff Operator gilt als höchste Offenbarung auf dem Weg zum Programmierer. Nur die Lehrlinge erscheinen noch nicht ganz im Banne der elektronischen Kolosse. Ein Found Footage-Film aus Material vom Schulfernsehen. Der Soundtrack weist in die Zukunft.

PYÖNGYANG ROBO GIRL
Finnland 2002, J. Hokkanen/S. Ruikka, 4 min / shortfilm.com
Auf einer vielbefahrenen Kreuzung in Pyöngyang waltet eine Verkehrspolizistin ihres Amtes. Überkorrekt wie ein Roboter.

KEINE HERRENJAHRE
Kurzspielfilm von Samuel Pleitner, D 2018, 22 min / ifs köln
An seinem ersten Ausbildungstag wird Erik ausgerechnet dem merkwürdigen Gesellen Ludger zugeteilt. Gemeinsam fahren sie zu einem einsamen Stromkasten mitten im Nirgendwo, wo es zu einem folgenschweren Fehler kommt.

72 min Gesamtlänge

Beginn 20:00 Uhr,  Eintritt 5,00€