Die Frühjahrsdurchsicht

Der Winter ist endlich vorbei, aber das Fahrrad hat gelitten, denn:

  1. es hat in Eis, Schnee und Streusalz brav seinen Dienst getan.
  2. es stand verlassen im Hinterhof und rostete still vor sich hin.
  3. es stand zwar im warmen Fahrradkeller, hat aber in all der Zeit weder Luft noch Schmierung bekommen.

Was tun?

Zunächst einmal putzen! Das muss keine hochkomplizierte Angelegenheit sein. Ein bis zwei Eimer lauwarmes Wasser mit Spüli, ein Schwamm und eventuell eine Bürste genügen für die Grundreinigung. Auf keinen Fall und niemals nicht einen Hochdruckreiniger verwenden! Das Wasser kann dabei in die Lager eindringen und die Schmierung zerstören. Schneller Kugellagertod ist die Folge. Auch die Kette muss mit Geduld und einem öligen Lappen gereinigt werden, wenn sie weiterleben soll. Auch für Schaltwerk und Umwerfer empfehlen wir ein öliges Reinigungsmittel, Öl löst öligen Dreck am Besten.
Anschließend sorgt ein passendes Pflegemittel dafür, dass der neu erstandene Glanz eine Weile anhält.

Das gereinigte Fahrrrad sollte nun einer Durchsicht unterzogen werden, die ungefähr Folgendes beinhalten sollte:

Rahmen und Gabel

  • sind Verformungen oder Risse zu sehen? Ist der Lack noch in Ordnung, gibt es Roststellen?
  • Steuerlager: läuft es spielfrei und ohne zu rasten?

Laufräder

  • Bereifung: Luftverlust nach langer Standzeit ist normal und muss nicht bedeuten, daß der Schlauch ein Loch hat. Aber wie sieht die Bereifung nach dem Aufpumpen aus? Zeigen sich Geweberisse, ist noch genug Gummi auf der Lauffläche? Sind die Reflexstreifen noch bzw. wieder zu sehen?
  • Felgen und Speichen: laufen sie gerade oder müssen die Laufräder zentriert werden? Gibt es Risse oder Beulen? Stimmt die Speichenspannung, sind alle noch heil?
  • Naben: laufen sie spielfrei und geräuschlos? Sind die Achsmuttern bzw. die Schnellspanner fest?

Antrieb

  • Kette: wie hoch ist der Verschleißgrad, lässt sich die Kette weit vom Kettenblatt abheben? Ist die Schmierung ausreichend? Bewegen sich die Kettenglieder noch, oder sind die (u.U. streusalzbedingten) Rostschäden zu hoch? Bei Nabenschaltungen: stimmt die Kettenspannung? (etwa zwei Finger breit Bewegung ist optimal)
  • Kettenblätter: sehen sie stark abgenutzt aus, ist das ein sicheres Indiz dafür, dass die Kette auch über den Jordan ist. Dasselbe gilt für die:
  • Zahnkränze, die meistens zusammen mit der Kette gewechselt werden müssen.
  • Innenlager: läuft es spielfrei und geräuschlos?
  • Pedale: gibt die Trittfläche noch genug Halt oder ist sie abgenutzt? Hat das Lager Spiel?

Bremsen

  • Beläge: ist noch genug Belag drauf? Kann der Bremsbelagverschleiß noch durch Nachstellen am Bremshebel ausgeglichen werden? Bremsen sie da, wo sie sollen, nämlich auf der Felge? Bei Scheibenbremsen: ist die Bremsscheibe noch ok?
  • Bowdenzüge: sind sie leichtgängig zu bedienen? Sind sie intakt, gibt es Knicke oder Risse?
  • Bei Hydraulikbremsen: stimmt der Druckpunkt oder lässt sich der Hebel bis zum Lenker durchziehen? Wenn nicht, gibt es irgendwo Ölspuren, die auf eine Undichtigkeit hinweisen?
  • Bremskörper: lassen sich die Bremsarme problemlos bewegen?

Schaltung

  • Schaltwerk und Umwerfer: bewegen sich alle Gelenkstellen so wie vorgesehen? Muss eine dicke Kruste aus Öl und Sand von den Schaltröllchen heruntergekratzt werden? Ist alles noch gerade?
  • Züge: sollten leichtgängig zu bedienen sein. Sind sie intakt, gibt es Knicke oder Risse? Wie sieht es mit der Schaltpräzision aus?

Beleuchtung

  • Scheinwerfer: funktioniert er? Ist er korrekt ausgerichtet und festgeschraubt?
  • Rücklicht: funktioniert es? Ist die Befestigung ok und die Kappe noch dran?
  • Kabel: sind die Kabel intakt? Sind alle Stecker angeschlossen?
  • Seitenläuferdynamo: ist er festgeschraubt und korrekt justiert? Sieht die Laufrolle abgenutzt aus?

Anbauten

  • Schutzbleche: sind sie gerade und ohne Risse? Sind alle Schrauben fest angezogen?
  • Gepäckträger: sind alle Befestigungsschrauben vorhanden und sind die Streben gerade?

 

Wem das alles zu viel ist, der kann sein Rad nach vorheriger Terminvereinbarung natürlich auch zu uns bringen.
Bei unserer Grundinspektion werden sämtliche oben genannten Punkte abgehakt und alle für nötig befundenen Verschleißteile erneuert. Hierfür berechnen wir 108,- € plus anfallender Teile und deren Montage. Wer ein Rad von uns hat, für den kostet die Inspektion nur 94,50€.

Hierbei ist aber zu beachten, dass unsere Werkstatt selbst in den Wintermonaten zwischen sechs und acht Wochen vorlauf hat. Bei kleinen Reparaturen haben wir bisher natürlich immer versucht, sie dazwischenzuschieben.
Derzeit ist unser Vorlauf aber so groß, dass wir Inspektionen und Reparaturen nur noch an von uns verkauften Fahrrädern durchführen können, da wir sonst dem Serviceversprechen gegenüber unseren Kunden nicht mehr gerecht werden können.
Wir bitten dafür um Verständnis.

Einen Wartungstermin für ein velophil-Fahrrad können Sie telefonisch unter 030 / 399 02 116 oder per E-Mail verabreden.